Scribble's Errancing Deconstructed
Langsam wird deutlich, worauf die Dekonstruktion hinauslaufen wird. In ihren Resultaten entsteht nicht ein neuer verdichteter Zusammenhang als ein neues Gebilde sondern ein erweiterter, dessen Elemente in kleinen verlinkten Übergängen immer wieder neu aufgespürt werden müssen. Sie stehen nie mehr als ein Gebilde da, das sich als ein Ganzes vergegenwärtigen liesse. Maunzi ist und bleibt im weiten Raum der Gestirne, zu denen sie als Nichtmensch immer schon gehörte: gleich weit entfernt von mir wie von den Monden. In den Prozessen der negativen Dialektik bliebe das Gefühl der Gewissheit unangetastet, dass sie uns oder wenigstens zu uns gehört.
2 Comments:
Das kostbare Komponistenporträt gestern Abend auf DRS2 über Enno Poppe hat einmal mehr gezeigt, wie die Komponierenden zur Zeit auf das spezifisch musikalische Moment pfeifen und es ignorieren, dass in grosser Musik bis Boulez und Nono immer ein Impuls das Werk nach vorne trieb, von dem man das Gefühl hatte, es sei eben er selbst, der das Werk voran treibe, und er selbst sei dasjenige Stück Subjektivität, über das KomponistInnen, Werke und ZuhörerInnen sich im diskursivem ästhetischen Werturteil, also im Sprechen über das Schöne, verbunden fühlten. Eine solche musikalische Idee geht in den Prozessen blosser Systemveränderungen innerhalb eines musikalischen Werkes unter. Zurück bleibt viel Gleichgültigkeit, tiefe Gräben, auf deren Anhöhen Schöpfern, Werken und den Vereinzelten im Publikum nichts anderes bleibt, als in der Distanz zum Wahren Distanz zu wahren. Von dem Impuls ist übrig geblieben, dass man sich immer wieder dazu getrieben sieht, von da weg zu kommen.
Das Wichtigste ist im falschen Antrieb untergegangen, alles schon morgens um Fünf fertig zu formulieren: Was in grosser Musik als ihr Moment des Antriebs fasziniert, ist etwas, das von den KomponistInnen gehört worden war. Dieses Gehörte, im Werk dann kompositorisch Durchgehörte und nicht bloss Ausgedachte geht unter allen bloss systematischen Kon- und Dekonstruktionen verschüttet. - Wie kommt es nur, dass mir diese Pointe, an die ich einzig neben Susanne beim Einschlafen dachte, am ernsten Morgen entfällt?
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